Leseempfehlung 4: 6 Brüder beim Basteln

Ganz neu auf meiner Linkliste: Die Seite der 6 Brüder!
Dieses Blog wurde an Weihnachten 2011 eingerichtet, als die 6 Brüder beschlossen, die Feiertage im Familienkreis nicht untätig, sondern bastelnd zu verbringen. Da es sich bei den 6 Brüdern u.a. um Ingenieure, Informatiker, Schiffbauer und Lötanfänger handelt, die dazu auch noch überaus tüchtige Schwaben sind :) , war das Projekt von vorneherein erfolgversprechend.

Das Projekt war ein 3D-Drucker, also ein Drucker, der dreidimensionale Gegenstände ausspuckt. Schon nach 4 Tagen stellte sich der erste Erfolg ein: Das erste Teil! Schnell folgten weitere: Der Krawattenhalter, Schwester Susis Schalhaken (wer wünscht sich nicht solche Brüder?) und kleine Häuser (vielleicht zum Monopoly-Spielen). Der Drucker druckt seither munter weiter, vor allem Dinge, auf die die Welt schon lange gewartet hat, und die nun auf Thingiverse vertrieben werden.

Dieses Blog sei neben allen Nerds vor allem all jenen empfohlen, die nicht so gerne basteln wie die 6 Brüder. Denn durch die Tag-für-Tag-Dokumentation bekommt man richtig Lust darauf.

Mein Lieblings-Winter-Video: Varezhka

Anscheinend muss vor Weihnachten keiner mehr so wirklich arbeiten. Auf Facebook und auf allen Blogs werden Plätzchen gebacken, Punschrezepte ausgetauscht, es werden Pralinen hergestellt und auch gleich verkauft, Adventskalendertürchen locken mit Dinkelkissen und gefilzten Broschen und selbstgebasteltem DIY-Geschenkpapier. Schön, dass alle so viel Zeit für so viele Kleinigkeiten haben. Bei mir reichen Zeit und Romantik gerade einmal aus, um mich mit meiner Tochter vor den Computer zu setzen und Filme zu gucken, in denen es schneit. Wie hier in diesem sowjetischen Trickfilm von 1967. Es wird nicht gesprochen, versteht also jeder. Viel Spaß beim Gucken und Frohe Weihnachten.

Creative Writing: Vom Winde verweht

„Es sieht nach Krieg aus, Miß Scarlett“, meinten die Tarleton-Zwillinge.
„Na sowas!“ sagte Scarlett O’Hara.
BUMM!
„Gott sei Dank! Dieser blutige Krieg ist jetzt vorbei!“ sagte Rhett Butler. „Willst du mich heiraten, Scarlett?“
„Nein!“
„Na schön, vielleicht kommen wir später darauf zurück.“
„Ashley“, bekannte Scarlett, „ich liebe dich!“
„Aber ich bin doch mit Melanie verheiratet!“ antwortete er. „Außerdem haben wir einen Krieg zu gewinnen!“
„Unsinn“, sagte Scarlett. „Der Krieg war schon nach Na sowas! und Bumm vorbei!“
„He, du hast also Frank Kennedy geheiratet!“ stieß Rhett hervor.
„Ja, aber er starb“, meinte Scarlett.
„Wie die Zeit vergeht“, murmelte Rhett.
„Ich brauche dich, Rhett!“
„Tut mir leid, Scarlett. Aber mit unserer Ehe klappt es nicht. Außerdem haben wir einen Krieg zu gewinnen!“
„Dummkopf! Der Bürgerkrieg war doch schon nach Na sowas! und Bumm vorbei!“
„Was faselst du vom Bürgerkrieg, Mädchen?“ brummte Rhett. „Die Zeit vergeht schneller als du denkst. Ich meine natürlich den Ersten Weltkrieg!“

Parodie auf „Vom Winde verweht“ aus dem deutschen MAD Magazine Nr. 30 (1967), in: Harmut Kasper: Schule der Autoren

Creative Writing: Dialoge kürzen

Beim Dialog ist  der Anfänger geneigt, jedes Wort festzuhalten. Oft läßt sich das Wesentliche eines 40zeiligen Gesprächs in dreien wiedergeben. Dialog ist etwas Dramatisches und sollte spärlich verwendet werden, weil die Wirkung dann um so dramatischer ist. Eine eheliche Zänkerei in einem Buch kann zusammengefaßt werden: „Howard weigerte sich einzulenken, obgleich sie eine volle Stunde auf ihn einredete. Schließlich gab sie es auf.“ Danach könnte man noch eine einzige Aussage in einem besonderen Absatz einfügen, wie etwa: „‘Du hast deinen Willen immer durchgesetzt’, sagte Jane, ‘also kannst du diesen weiteren Sieg auch noch verbuchen.’“

Patricia Highsmith in Hartmut Kasper: Schule der Autoren

Leseempfehlung 3: Hannathoughts

Liebe Hanna,

Dein Blog ist an Ort und Stelle geblieben, aber Du nicht. Das schmerzt.

Wenig liest man auf Deinem Blog, wenig hört man auch sonst von Dir. Woran mag das liegen?

Ich habe es herausgefunden: Du liebst das Leben in Fülle. Das bedeutet, Du belauerst nicht deine Blogeinträge und anderes dummes Zeug. Du lebst jetzt in einer großen Stadt, wo Du allem Anschein nach schreibst, und zwar RICHTIG. Auf Papier und mit dem Anspruch auf Vollständigkeit. Denn nichts macht Dich so müde lächeln wie die prosaischen Möglichkeiten des Internets, wie Du nicht ohne Selbstironie bemerkst.

Ich schicke Dir auf diesem profanen Wege ein kurzes Video, bei dem ich an Dich denken musste: DIE SONNTAGSPOST.

Grüße einer Zurückgebliebenen